Martin Suter: Der letzte Weynfeldt
Sonntag, 30. Dezember 2007
![]() | (Buch) Autor: Martin Suter Verlag: Diogenes Erschienen am: 2008-02 Seiten: 272 ISBN: 3257066309 |
Vielleicht muss es ja so sein, dass einer, dem schon immer alles in den Schoß gefallen ist, so naiv ist. Dass er sich ausnehmen lässt wie die sprichwörtliche Weihnachtsgans von Leuten, die sich als seine Freunde bezeichnen und die ihn doch nur als big spender schätzen. Dass er auf eine Frau hereinfällt, die den „Siegelringträger“ als großzügigen Gentleman erkennt, der auf Anstand hält und einer in Not geratenen Dame aus der Patsche hilft, wenn er kann. Adrian Weynfeldt, der letzte Weynfeldt, ist ein Einzelgänger, ein Mensch, der gut mit sich allein sein kann aber auch jemand, der gerne mit Freunden plaudert – auch wenn er dafür die Zeche zahlen muss.
Taiwan: Der wilde Westen fängt im Osten an
Freitag, 28. Dezember 2007
Ja, sind wir denn im wilden Westen? Der Totempfahl, die grobe Kleidung, die Federn im Haar - das alles wirkt wie aus einer Western-Kulisse. Und doch sind wir in der Republik China, auf der Insel Taiwan. Atayal heißt der Volksstamm, der im wilden Osten, beheimatet ist, eine von 13 Volksgruppen australo-polynesischen Ursprungs. „Aborigines“ wie die Australier nennen denn auch die Taiwanesen diese Ureinwohner, die gerade mal zwei Prozent der 23 Millionen Insulaner ausmachen. Im Leader Village Taroko kommt Deftig-Bodenständiges auf den Tisch und im Verkaufsraum gehen Wildschweinzähne, Federn und Schnitzereien über den Tresen.
Taiwan: Buddha mit Blitzableiter
Freitag, 28. Dezember 2007
„Man muss sich anpassen in China, darf nicht mit dem Kopf aus der Masse rausschauen“, der stoppelhaarige Mönch lächelt, als er diese Weisheit verkündet. Und doch meint er es ernst. Hue Shoe lebt schon lange genug im Fokuangshan Tempel im Süden Taiwans, um die chinesischen Eigenheiten zu kennen. In seinem früheren Leben hieß er Gerhard Fröschl und wuchs in einem kleinen Ort in der Steiermark auf. Jetzt ist der 49-Jährige mit der großen Nase, der ovalen Intellektuellen-Brille und dem österreichischen Akzent so etwas wie ein Fremdenführer in der weitläufigen Anlage, die 1967 vom Großmeister Hsing Yun, einem aus China ausgewanderten Buddhisten gegründet worden war und jährlich Millionen von Besuchern anlockt.
Taiwan Info
Freitag, 28. Dezember 2007
Allgemeines. Taiwan ist durch die Taiwan-Straße im West-Pazifik vom chinesischen Festland getrennt. Als Republik China beansprucht das demokratische Taiwan die volle Souveränität und die Unabhängigkeit von der kommunistischen Volksrepublik China.
Bad Kleinkirchheim: Warm baden im eiskalten Schneereich
Dienstag, 18. Dezember 2007
Es sieht aus, als wären Ufos hier gelandet, mitten in Bad Kleinkirchheim und direkt vor der Klammer-Piste. Oder sind es eher Iglus? Rund und weiß. Dampf wabert über spiegelglatter Fläche, in der sich ein geschwungener Bau spiegelt. Nein, diese runden Formen, die sich vor der Talstation der Kaiserburgbahn breit machen, sind nicht von Außerirdischen in die Kärntner Berge gesteuert worden, sie sind auch nicht von Schneemännern errichtet worden, sondern von einem Architektenteam aus Stuttgart. Das Büro Behnisch und Partner aus Stuttgart, das vor gut 35 Jahren die spektakuläre Zelt-Architektur für die Olympischen Spiele 1972 in München schuf, hat für die Römer Therme in Bad Kleinkirchheim ein Design entwickelt, das eher an Schlumpfhausen als ans alte Rom erinnert.
Christian Stückl - Spielleiter aus Passion
Montag, 17. Dezember 2007
Als er 1984 zum ersten Mal zum Spielleiter gewählt wurde – mit neun zu acht Stimmen -, war der gelernte Bildhauer Christian Stückl mit 25 Jahren der jüngste Spielleiter aller Zeiten. Ein junger Wilder auf der konservativen Bühne des bayerischen Passionsspielortes Oberammergau. Einer, der für Aufregung sorgte, polarisierte. So stark, dass er 1990 beinahe abgewählt worden wäre. Doch jetzt, 17 Jahre später, sitzt Stückl fester im Sattel denn je. Der passionierte Theatermann hat sich durchgesetzt. Oberammergau hat erkannt, was es an dem Mann hat, der mittlerweile erfolgreicher Intendant am Münchner Volkstheater ist.
Kitzbühel: Von Marken und Machern
Montag, 10. Dezember 2007
Der Kaiser lebt nicht mehr hier. Franz Beckenbauer hat seinen Hauptwohnsitz von Kitzbühel nach Salzburg verlegt. Nicht, weil die Frau des Moskauer Bürgermeister Luschkow, Jelena Baturina, den Golfplatz Eichenheim gekauft hat. Auch nicht, weil mit dem Arosa Grandhotel jetzt noch mehr Touristen nach Kitzbühel gelockt werden oder weil Kitzbühels Boden mittlerweile so teuer ist, als wäre er mit Gold belegt. Nein, Vater Beckenbauer ist der Kinder wegen umgezogen – mit einem weinenden Auge. Denn Kitzbühel ist ein Ort so recht nach kaiserlichem Gusto. Ein Städtchen mit Geschichte und dem Flair einer Weltstadt. Und natürlich eine Sportstadt. Das Hahnenkammrennen, die Streif sind legendär.
Peter Marko ist nach Kitzbühel gezogen. Für den neuen Tourismusdirektor, der aus Sölden kam, „ein Sahnehäubchen“ in seiner Karriere. Nicht nur, weil Jürgen Schrempp hier ein Haus hat oder Uschi Glas. Auch nicht, weil es in Kitzbühel vier Golfplätze gibt und ein „herausragendes Skigebiet“. Nein, Vater Marko ist auch der Kinder wegen nach Kitzbühel gekommen. Weil die in der Sportstadt Kitzbühel die besten Chancen haben und weil „die Lebensqualität unvergleichlich ist“.





