Raoul Schrott: Homers Ilias kann leicht mit Joyces Ulysses mithalten - Ein Gespräch
Mittwoch, 31. Dezember 2008
Prof. Raoul Schrott, geboren in Tunis, Literaturwissenschaftler, Autor, Übersetzer, hat drei Jahre seines Lebens mit der Übertragung von Homers Ilias ins Deutsche zugebracht.
Frage: Sie haben offensichtlich ein Faible für epochale Werke. Nach der Übertragung des Gilgamesch-Epos ins Deutsche haben Sie die Ilias in Angriff genommen. Warum nicht die Odyssee?
Schrott: Für die Odyssee gibt es bereits eine Bandbreite an lesbaren Übersetzungen. Die Ilias hingegen ist - dem Status entsprechend, den Homer bei uns in der Klassik errang - stets nur in einem pseudo-klassischen Deutsch übertragen worden, wie es weder Winckelmann noch Goethe je gesprochen haben. Deswegen tat eine Übertragung not, die der Ilias ihre Poesie und ihren eigentlichen Sinngehalt wieder zurückgibt
Wein Info
Montag, 22. Dezember 2008
Auskunft: Tourismusverband Fränkisches Weinland, Am Congress Centrum, 97070 Würzburg, Tel. 0911/94151-0, E-Mail: info@frankentourismus.de, www.frankentourismus.de, www.franken-weinland.de
VdP, Die Prädikatsweingüter Franken, www.frankenwein-aktuell.de
Silvaner: Ein Gewächs mit Tradition
Montag, 22. Dezember 2008
Das Gesicht des Weins ist frisch, kantig, hat eine Römernase und trägt einen blonden Haarschopf. Es ist leicht verwittert, von Falten durchzogen, mit weißem Lockenkranz und Brille. Oder es ist mittelalt mit rundem Gesicht, Stupsnase und leicht lockigem braunem Haar, oval mit Halbglatze und Brille. Das Gesicht des Weins sind erst einmal die Winzer, denn sie sind es, die aus den Trauben den „Göttertrunk“ machen. Doch der Wein hat auch ein anderes Gesicht, das des Terroirs auf dem er wächst, und das der Rebstöcke. Wenn Boden und Reben eine glückliche Ehe eingehen, dann werden große Weine geboren. Eines dieser Gewächse ist der Silvaner, der in Franken den Ton angibt – und das seit nunmehr 350 Jahren.
Kronplatz Info
Montag, 15. Dezember 2008
Anreisen: Mit dem Auto über den Brenner, Abfahrt Richtung Bruneck, Pustertal und weiter nach St. Vigil.
Übernachten: Für Genuss-Skifahrer zu besonders zu empfehlen ist das Hotel Excelsior in St. Vigil, das nicht nur über eine ausgezeichnete Küche verfügt, sondern auch über einen Wellness-Turm, in dem die Gäste auf fünf Etagen verwöhnt werden. Das Hotel hat direkten Anschluss ans Skigebiet: www.myexcelsior.com Vom 11. bis 25. Januar gilt die Pauschale „Weiße Vital Weekends“, dann kosten vier Tage von Sonntag bis Donnerstag 440 Euro pro Person im DZ inkl. Vitalpaket. Den Skipass kann man direkt übers Hotel beziehen. Infos über Übernachtungsmöglichkeiten auch unter www.kronplatz.com
Kronplatz: Gipfel der Genüsse
Montag, 15. Dezember 2008
So viel Schnee gab’s am Kronplatz schon lange nicht mehr. „Vielleicht vor 25 Jahren“, überlegt Franz Josef, der gelernte Koch, der jetzt als Skilehrer auf den Pisten unterwegs ist. Der Wintereinbruch in Südtirol hat den „Skiberg Nr. 1“ verzaubert, hat den Zäunen Hauben aufgesetzt, den Bäumen weiße Wintermäntel angezogen und die Masten der Aufstiegsanlagen in bizarre Eisskulpturen verwandelt. Auf dem Gipfel, dort wo die Liftanlagen aus den drei Tälern zusammenkommen und wo das runde Kronplatz-Restaurant bis zu 800 Wintersportler aufnehmen kann, fegt der Winterwind durch die Reihen der Skifahrer und Snowboarder und treibt sie vor sich her.
Am Ende der Welt: Carmen Rohrbachs "Patagonien"
Montag, 15. Dezember 2008
Früher, schreibt Carmen Rohrbach in ihrem Reisebuch „Patagonien – Von Horizont zu Horizont“, „war eine Reise nach Feuerland ein entbehrungsreiches, abenteuerliches und gefährliches Vorhaben, eine Reise ins Ungewisse“. Heute ist das anders, meint sie, aber der Mythos vom Ende der Welt lebt fort.
(K)ein Garten Eden: Yael Hedayas "Eden"
Mittwoch, 10. Dezember 2008
Sie nannten den Ort Eden, wie das Paradies. Ein Paradies für eine geschlossene Gesellschaft, zu dem die anderen keinen Zutritt haben. Bis auf Ali, den Palästinenser fürs Grobe, der am Sabbat all die Arbeiten erledigt, die frommen Juden untersagt sind.
Sehnsuchtsorte: Olaf Schulz' "Natur-Heiligtümer in Deutschland"
Dienstag, 9. Dezember 2008
Sehnsucht nach einer unbeschädigten Natur beflügelte König Ludwig II. Der Märchenkönig befand sich dabei in guter Tradition: Die heile Natur war schon den Menschen in grauer Vorzeit heilig. In Naturheiligtümern verehrten die Steinzeit-Menschen ihre Götter, später waren es die Kelten, noch später die Römer, und die Christen bedienten sich des heidnischen Erbes für ihre Gottesverehrung.
Appetitanregender Streifzug: Eine kulinarische Entdeckungsreise durch Bayerisch-Schwaben
Dienstag, 9. Dezember 2008
Bayerisch-Schwaben, nicht Schwaben und nicht Bayern, was aber sonst? Albertine Sprandel und Volker Miosga nehmen die Leser mit auf eine kulinarische Entdeckungsreise durch diesen Landstrich und siehe da: Die Küche in Bayerisch-Schwaben ist vielfältig und bunt wie dieser Flickerlteppich zwischen Fränkischem Jura und Allgäu, zwischen Lech und Iller, auf dem sich Schwaben, Franken und Altbayern angesiedelt haben.
Banalität des Terrors: Das Museum Runde Ecke in Leipzig
Montag, 8. Dezember 2008
Ein Jubiläum wirft seine Schatten voraus: Vor 20 Jahren läutete die friedliche Revolution in den neuen Bundesländern, vor allem aber in Leipzig, das Ende der DDR ein. Im Museum Runde Ecke in Leipzig, 40 Jahre lang Sitz der Staatssicherheit, wird die „bleierne Zeit“ unter dem alles kontrollierenden kommunistischen Regime beklemmend lebendig.
Brückenschlag: Halide Edip Adivars "Die Tochter des Schattenspielers"
Donnerstag, 4. Dezember 2008
Halide Edip Adivar, 1884 in Istanbul geboren, hat sich schon früh für die Rechte der Frauen eingesetzt. Ihr Roman „Die Tochter des Schattenspielers“ ist ein starkes Plädoyer für die Selbstbestimmung und für kulturelle Toleranz und heute so aktuell wie 1935, als er erstmals erschien.
Die Retterin - Manfred Flügge: Die vier Leben der Marta Feuchtwanger
Donnerstag, 4. Dezember 2008
Diese Frau hat viele Leben gelebt aber nur einen geliebt: Lion Feuchtwanger, den Schriftsteller, der ihr viel zugemutet hat – ein unstetes Leben und zahllose Geliebte. Doch immer war sie für ihn da, hat ihn gerettet, sein Leben in den Wirren des Exils und sein Werk nach seinem Tod.
Marken Info
Mittwoch, 3. Dezember 2008
Anreisen: Beispielsweise mit Air Dolomiti von München nach Ancona ab ca 700 Euro. Aktuelle Preise im Reisebüro oder unter www.airdolomiti.it
Übernachten: In den Marken gibt es viele Möglichkeiten, gut unterzukommen etwa in Agriturismo-Betrieben, in kleinen Hotels und Pensionen. Man kann natürlich alles auch pauschal buchen z.B. über „the italian way“ (Aichstr. 3-7, 82380 Peißenberg, Tel. 08803/636421). Im Mai etwa begleitet Anselm Bilgri, ehemals Cellerar im Kloster Andechs, die „Reise für Leib und Seele“.
Deutschland geht ins Ohr
Mittwoch, 3. Dezember 2008
Musik- und Kulturgeschichte spannend und unterhaltsam erzählen wollen Corinna Hesse und Antje Hinz in ihren Länder-Hörbüchern. Deutschland hören ist ein besonders gelungenes Beispiel für die Philosophie der beiden Verlegerinnen, die mit ihrem Silberfuchs-Verlag schon so manche Auszeichnung eingeheimst haben.
Lizenz zum Trüffelsuchen
Dienstag, 2. Dezember 2008
Leo, der blonde Rüde im Sturm- und Drangalter von vier Jahren, kann gar nicht genug davon bekommen, Trüffel auszugraben – auch wenn er sie schon mehrmals apportiert hat. Attila, sein in Ehren ergrauter Partner, reagiert da schon etwas abgeklärter und markiert erst mal in aller Ruhe die umstehenden Bäume, ehe er sich am Suchspiel beteiligt. Immerhin gibt’s für jede gefundene Trüffel ein Leckerli von Franco und das ist auch für einen zehn Jahre alten Trüffelhund nicht zu verachten.




