„Ein Schleusentor ging auf und ich heulte unkontrollierbar, nicht nur um diesen Hund, sondern wegen all des Leids, der Gewalt, der Tragödien, der Grausamkeit, des Elends der Skrupellosigkeit und der Brutalität in diesen Bergen, wegen der hungrigen Kinder in Tizonazo, dem ernsten Jungen mit dem verkümmerten Arm, der schwangeren Fünfzehnjährigen, die ihren Vergewaltiger heiraten musste, wegen der Witwen und Waisen und weil ich von all dem so kaputt und genervt und erschöpft war.“

Er hatte es nicht anders gewollt, der Engländer Richard Grant. Er wollte in die Sierra Madre, mitten hinein ins „gesetzlose Herz Mexikos“, wollte die „Bandit Roads“ befahren, die ihn geradewegs in die Hölle auf Erden beförderten.

"Höllentrip: Richard Grants "Bandit Roads"" vollständig lesen










Eddy ist ein kleiner Gauner, der gerne harmlose Touristen um Mantel, Brieftasche und Kreditkarten bringt. Aber eigentlich ist er Musiker. Nur, davon kann er nicht leben. In Kreuzberg hat sich Eddy eine kreuzbiedere Existenz aufgebaut.

"Straßentheater: Jakob Arjounis "Der heilige Eddy"" vollständig lesen

Alle reden vom Wetter, Raviel Mac Millan macht es. Er ist der Böse im ersten Jugendroman von Charlotte Wilde Appolonia Cox“, ein machtgieriger, primitiver Verbrecher, dem es nur um Geld und Macht geht. Je größer die Beutezüge seiner Leute, desto besser. Dafür ist ihm jedes Mittel recht – selbst eine Sintflut oder ein Tsunami.

"Klimakiller: Charlotte Wildes "Apollonia Cox - Im Auge des Taifuns"" vollständig lesen

Eine Jugendgeschichte könnte es sein, ein Krimi, ein Thriller. „Das amerikanische Mädchen“ von Monika Fagerholm ist alles und alles ganz anders. Das macht die Sprache, die einen geradezu unheimlichen Sog entwickelt. „Wie eine Hochspannungsleitung, an der man hängen bleibt“ heißt es auf dem Buchumschlag – und das stimmt. Die Zeit- und Gedankensprünge tun ein übriges, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Dass am Ende vieles harmloser war als es sich der überhitzten Fantasie zweier heranwachsender Mädchen dargestellt hat, zeigt nur, wie dünn die Trennwand ist zwischen Vorstellungswelt und Realität.

  



 

"Tödliche Spiele: Monika Fagerholms "Das amerikanische Mädchen"" vollständig lesen

Wissen Sie, was eine Mailorder-Braut ist? Nein? Dann sollten Sie sich schleunigst aufklären lassen. Am besten mit Anya Ulinichs Roman „Petropolis“. Der erzählt nämlich von so einer Mailorder-Braut, also einer Frau, die Mann aus dem Katalog bestellen kann.

"Globaler Galgenhumor: Anya Ulinichs "Petropolis"" vollständig lesen

Alles andere als märchenhaft ist die Situation der Prinzessin, einer alternden Prostituierten, die für einen abgehalfterten und deswegen umso gefährlicheren Unterweltboss die Scheherazade spielt. Natürlich heißt das heruntergekommene Hotel „Palace“ und der fette Gangster fühlt sich bei der armseligen Nutte als König. Doch für tausendundeine Nacht haben die beiden keine Zeit. „Zehnundeine Nacht“ heißt der Episodenroman von Charles Lewinsky, in dem die „Prinzessin“ ihrem „König“ eben zehnundeine Geschichte erzählt.

"Märchen für Leute von heute: Charles Lewinskys "Zehnundeine Nacht"" vollständig lesen

Natürlich wissen wir inzwischen alle, dass es nicht Columbus war, der Amerika entdeckt hat. Auch nicht Amerigo Vespucci, der dem Kontinent seinen Namen gegeben hat. Und doch hängen die meisten Amerikaner an den alten Legenden von der Entdeckung und Eroberung der neuen Welt durch wagemutige Seefahrer und fromme Pilgerväter. Kein Wunder also, dass Tony Horwitz einen 500 Seiten dicken Wälzer schreiben musste, um mit all den Fehlinformationen, Halbwahrheiten und Sagen aufzuräumen, die den Blick auf die Wirklichkeit verstellen.

"Pure Legende: Tony Horwitz "Es war nicht Columbus"" vollständig lesen

Leipziger Allerlei

Montag, 5. Januar 2009

Was haben Max Klinger, Richard Wagner, Max Beckmann und Neo Rauch gemeinsam? Richtig, sie wurden in Leipzig geboren. Die sächsische Stadt, die in diesem Jahr 20 Jahre „friedliche Revolution“ feiert, war nicht nur in der Kunst und der Politik oft ihrer Zeit voraus. Leipzig ist einer der ältesten Messestandorte der Welt, die weltweit erste Mustermesse wurde hier ausgerichtet. In Leipzig wurde der Deutsche Fußballbund gegründet(1900) und die erste Schrebergartenanlage der Welt(1865), benannt nach dem Orthopäden Dr. Daniel Gottlob Moritz Schreber. Hier steht die zweitälteste Universität (1409) und - mit dem Schillerhaus - das älteste Literaturmuseum Deutschlands (1785). Dichter, Komponisten und Gelehrte trafen sich im Coffe Baum, einem der ältesten Kaffeehäuser Europas (seit 1556). Auch als Verlagsstadt hat Leipzig Geschichte geschrieben.

"Leipziger Allerlei " vollständig lesen