Die Aida Diva ist nach ihrer Taufe in Hamburg auf Jungfernfahrt gen Mallorca. Viele Superlative zeichnen das neue, 315 Millionen teure Flaggschiff von Aida Cruises aus: die größte schwimmende Wellness Oase, die erste Fischräucheranlage an Bord, die aufregendste Showbühne mitten im Schiffsrumpf, die modernste Digitaltechnik für Telefon und Television. Doch die Diva ist erst der Anfang, drei baugleiche Schwestern sollen folgen. Wir sprachen mit Michael Thamm, Präsident von Aida Cruises, über die Unternehmenspolitik.




Frage: Bis Ende Mai stechen sechs neue Kreuzfahrtschiffe in See, die Diva ist eines davon. Wo sollen denn all die Kreuzfahrer herkommen?

Thamm: Wir haben Vertrauen in die Potenziale des Marktes. Der Kreuzfahrtmarkt boomt und ist in Deutschland noch durchaus ausbaufähig. Gegenüber den USA liegen wir 20 Jahre zurück. Es gilt, die Kreuzfahrt mehr in die Köpfe der Menschen zu bringen. Dann ist sie ein Selbstläufer. Wer einmal auf dem Schiff war, kommt immer wieder.

Frage: Und deshalb bauen Sie noch drei weitere Aida-Pötte?

Thamm: Wir setzen auf die Strahlkraft der Marke. Unser Produkt ist so vielfältig und inhaltsreich, dass kaum ein Hotel mithalten kann. Zudem haben wir genügend Geld, um wachsen zu können und uns neuen Wünschen zu öffnen. Ich glaube, wir werden am Kreuzfahrtmarkt noch viel Freude haben.

Frage: Die Aida steht für eine andere Art von Kreuzfahrt und hat sicher neue Konsumentenkreise erschlossen. Wo sehen Sie denn Ihre Zielgruppe?

Thamm: Das ist ganz unterschiedlich je nachdem, ob wir in der Nordsee oder im Mittelmeer unterwegs sind. 2007 wird die Ostsee wohl zum Familienmarkt. Das Fun-Publikum ist mehr im Süden unterwegs.

Frage: Warum verweigern Sie eigentlich die Klassifizierung mit Sternen?

Thamm: So eine Klassifizierung wird der Vielfalt in der Kreuzfahrt nicht gerecht. Was wir verkaufen sind Urlaubsgefühle.

Frage: Und die künftig auch auf Fahrten in die USA?

Thamm: Wir haben fünf Jahre daran gearbeitet, mit dem Schiff nach Dubai zu fahren und als es endlich soweit war, waren wir ruckzuck ausverkauft. Es hat sich ein Stamm von Gästen herausgebildet, die mit der Aida auch Neues erleben wollen. Und ich sage Ihnen: mit der Aida von Hamburg nach New York zu fahren, das ist ein Traum.

Frage: Damit die Gäste sich wohlfühlen, muss auch das Personal mitspielen. Wie fördern Sie für die gute Laune Ihrer multinationalen Truppe?

Thamm: Auf der Diva haben wir 600 Leute aus zwölf Nationen. Und dass alle Mitarbeiter auf diesem brandneuen Schiff lächeln ist bei weitem keine Selbstverständlichkeit. So eine Indienststellung ist harte Arbeit. Aber die Aida ist halt ein besonderes Unternehmen mit einem besonderen Zusammenhalt, irgendwie wie eine Familie. Und wir suchen uns unsere Leute genau aus. Sie müssen auch zu uns passen. Deshalb arbeiten wir auch an einem eigenen Ausbildungskonzept.

Frage: Die Aida ist für den deutschen Markt konzipiert. Wann kommen die ersten Amerikaner an Bord?

Thamm: Wir haben keine Ambition, in andere Märkte zu gehen, schon gar nicht nach Übersee. Immerhin haben 78 Millionen Deutsche noch keine Kreuzfahrt gemacht. Da ist noch genug für uns drin.


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