Shenyang rollt den roten Teppich aus
Mittwoch, 18. Juni 2008
Am Abfluggate im Münchner Terminal 2 staunten die Passagiere nicht schlecht. Zu Musik und Reden gab’s Häppchen für die VIPs und Bierkrüge für die Crew. Grund der Feier mit dem obligatorischen Ribbon-Cutting: Thomas Klühr, LH-Konzernbeauftragter und Leiter Hubmanagement München, durfte erstmals gleich zwei neue Langstreckenflüge ansagen. Unterschiedlicher können die beiden Ziele allerdings kaum sein, obwohl beide in der Boomregion Asien liegen. Das Ziel des einen Fluges - eine Wiederaufnahme -, Singapur, kennt jeder. Der Stadtstaat mit dem Sauberkeitsimage ist ein Fixpunkt auf der touristischen Landkarte. Der zweite Flug dagegen führt in die chinesische Provinz nahe der nordkoreanischen Grenze, nach Shenyang.
Alexandria - Hauptstadt der Erinnerung
Montag, 2. Juni 2008
Was hätten sie wohl gesagt, wenn sie heute nach Alexandria kämen: Darley, Justine, Balthazar, Melissa, Clea und die anderen? Lawrence Durrells grandioses Sittengemälde „Das Alexandria-Quartett“ macht eine Epoche lebendig, in der die Stadt an der ägyptischen Mittelmeerküste noch Schmelztiegel der Nationen war, in der Europäer, Juden und Ägypter friedlich miteinander lebten, ehe der Zweite Weltkrieg diesem kosmopolitischen Dasein den Boden entzog und die Stadt Alexanders des Großen zu einem Provinznest degradierte.
Und trotzdem weckt der Name Alexandria alte Sehnsüchte, Träume von der leidenschaftlichen Liebe zwischen Cleopatra und Marc Anton, Erinnerungen an längst vergangene Zeiten.
„Die Hauptstadt der Erinnerung“ nannte Darley im Durrells Roman Alexandria. Tatsächlich lebt die Stadt heute vor allem von der Erinnerung an ihre lange Geschichte und an glanzvollere Zeiten, als die stuckverzierten Prachtbauten rund um die Corniche noch ein freundliches Gesicht zur Schau trugen, als in Cafes wie dem Trianon Künstler und Intellektuelle diskutierten. Eine Spurensuche.
Nepal-Info
Dienstag, 29. April 2008
Einreise: Das nötige Visum für Nepal bekommt man bei der Einreise. Es kostet rund 25 Euro.
Reisewarnung: „Obwohl sich Anschläge und Protestaktionen bisher nicht gegen Ausländer und Touristen richteten, sind Reisende in Nepal besonderen Unwägbarkeiten ausgesetzt. Die Lage bleibt weiterhin unstabil; Unruhen sind zu keiner Zeit auszuschließen.“ Das Auswärtige Amt (www.auswaertiges-amt.de) listet eine ganze Reihe von Problemen auf, u.a. Streiks und Straßensperren. Wir haben auf unserer Reise über Land keinerlei Schwierigkeiten gehabt.
Veranstalter: Der Münchner Studienreiseveranstalter Studiosus bietet unterschiedliche Reisen nach Nepal an, u.a. als Preiswertstudienreise zwölf Tage ab 1995 Euro. 700 Euro teurer ist die 15-tägige Studienreise „Am Thron der Götter“: www.studiosus.com
Lektüre: SympathieMagazin Nepal verstehen (Studienkreis für Tourismus und Entwicklung: www.studienkreis.org).
Nepal, Nelles Guide, 12,50 Euro: www.nelles-verlag.de
Nepal: Ohne Tourismus kann das Land nicht überleben
Dienstag, 29. April 2008
Bharat Basnet ist Unternehmer und Umweltaktivist. Nicht nur als Hotelbesitzer sieht er Nepals Zukunft untrennbar mit dem Tourismus verbunden. Ein Gespräch über die neuesten politischen Entwicklungen.
Feuer und Flamme für Olympia: Nepal vor dem Fackellauf
Mittwoch, 23. April 2008
Willkommen im Jahr 2065 steht auf dem Transparent an der Ringstraße in Kathmandu. Nein, dies ist keine Reise in die Zukunft, Nepal ist uns nur 56 Jahre voraus – kalendermäßig. Auch sonst kann man auf der Ringstraße sehen, wohin die Reise geht: Vorerst in einen gewaltigen Stau. Busse, Autos, Dreiräder, Fahrräder, Kühe, Fußgänger und die allgegenwärtigen Mopeds und Roller haben sich schier unentwirrbar ineinander verkeilt. Auf einem Lastwagen schwenken jungen Maoisten siegestrunken ihre Fähnchen. An der Kreuzung fuchtelt ein Polizist hilflos mit den Armen, um dem ständigen Spurwechseln Einhalt zu gebieten. Auch die paar Maoisten mit den breiten roten Bändern über der Brust können wenig ausrichten. Das Chaos ist perfekt.
Everest-Flug: Auf den Flügeln der Sehnsucht
Mittwoch, 23. April 2008
Der Mount Everest, ein Mythos, oftmals bezwungen, erstmals von Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay, erstmals ohne Sauerstoff von Reinhold Messner und Peter Habeler. Ihnen folgten unzählige Bergsteiger und Abenteurer auf den höchsten Gipfel der Welt (aktuell: 8844,43 Meter), im Jahr über 600. Mindestens 200 Menschen starben beim ehrgeizigen Versuch, das Dach der Welt zu erklimmen, erfroren in den eisigen Höhen, fielen der Höhenkrankheit oder einem Schwächeanfall zum Opfer. Der Everest oder Sagarmatha (Stirn des Himmels) lässt sich nicht so leicht erobern. Oder doch? Es gibt einen einfachen, ungefährlichen Weg, dem Dach der Welt nahe zu kommen. Von Kathmandu aus mit dem Flugzeug.
Taiwan: Der wilde Westen fängt im Osten an
Freitag, 28. Dezember 2007
Ja, sind wir denn im wilden Westen? Der Totempfahl, die grobe Kleidung, die Federn im Haar - das alles wirkt wie aus einer Western-Kulisse. Und doch sind wir in der Republik China, auf der Insel Taiwan. Atayal heißt der Volksstamm, der im wilden Osten, beheimatet ist, eine von 13 Volksgruppen australo-polynesischen Ursprungs. „Aborigines“ wie die Australier nennen denn auch die Taiwanesen diese Ureinwohner, die gerade mal zwei Prozent der 23 Millionen Insulaner ausmachen. Im Leader Village Taroko kommt Deftig-Bodenständiges auf den Tisch und im Verkaufsraum gehen Wildschweinzähne, Federn und Schnitzereien über den Tresen.
Taiwan: Buddha mit Blitzableiter
Freitag, 28. Dezember 2007
„Man muss sich anpassen in China, darf nicht mit dem Kopf aus der Masse rausschauen“, der stoppelhaarige Mönch lächelt, als er diese Weisheit verkündet. Und doch meint er es ernst. Hue Shoe lebt schon lange genug im Fokuangshan Tempel im Süden Taiwans, um die chinesischen Eigenheiten zu kennen. In seinem früheren Leben hieß er Gerhard Fröschl und wuchs in einem kleinen Ort in der Steiermark auf. Jetzt ist der 49-Jährige mit der großen Nase, der ovalen Intellektuellen-Brille und dem österreichischen Akzent so etwas wie ein Fremdenführer in der weitläufigen Anlage, die 1967 vom Großmeister Hsing Yun, einem aus China ausgewanderten Buddhisten gegründet worden war und jährlich Millionen von Besuchern anlockt.
Taiwan Info
Freitag, 28. Dezember 2007
Allgemeines. Taiwan ist durch die Taiwan-Straße im West-Pazifik vom chinesischen Festland getrennt. Als Republik China beansprucht das demokratische Taiwan die volle Souveränität und die Unabhängigkeit von der kommunistischen Volksrepublik China.
Vietnams Mitte: Im Eiltempo zum Touristenparadies
Montag, 12. November 2007
Der alte Fuchs hatte vorgesorgt. Alle drei Teile Vietnams sollten gleich berechtigt sein und gleich viel bekommen. Nach seinem Tod, so bestimmte es Ho Tschi Minh in seinem Testament, sollte seine Asche drei geteilt werden und über dem Norden, dem Süden und der Mitte des Landes verstreut werden – zu gleichen Teilen. Daraus wurde nichts. Der Vater der vietnamesischen Einheit ruht in einem pompösen Mausoleum in Hanoi und Saigon trägt den Ehrentitel Ho Tschi Minh City. Nur die Mitte ging leer aus wie so oft. Auch der wirtschaftliche Aufschwung im neuen Tigerstaat hat die Gegend um Da Nang lange ausgespart. „In Saigon wird das große Geld verdient“, sagt Wu, unser Führer, und dass er nichts lieber täte als sofort umzuziehen, wenn seine Frau nicht wäre. Sie liebe die Landschaft im Zentrum, die Berge, das Meer, die alten Städte. All das, womit die so lange vernachlässigte Mitte in Zukunft punkten will.
Vietnam Info
Montag, 12. November 2007
Einreise: Neben dem noch ein halbes Jahr gültigen Reisepass ist ein Visum erforderlich. Der Antrag kann heruntergeladen werden unter www.vietnambotschaft.org Unter der Internat-Adresse finden sich auch die nötigen Informationen. Bei einer Veranstalterreise übernimmt der Veranstalter die Formalitäten.
Anreise: Vietnam Airlines fliegt direkt von Frankfurt nach Saigon (ca. 700 Euro). Aktuelle Preise im Reisebüro oder unter Tipp: Bei dem langen Flug lohnt sich die Buchung der Economy Deluxe Klasse mit wesentlich mehr Beinfreiheit (ca 1300 Euro).
Das Tunnelsystem von Cu Chi - Geisterbahn mit Echtheitszertifikat
Dienstag, 6. November 2007
Schon am frühen Morgen ist es dampfig im Dschungel von Cu Chi. „Malariagebiet“, hat mich unser Führer Lee gewarnt und zu langer Hose und langärmeliger Bluse geraten. Mit mir drängen sich schwitzende Touristen in Shorts und Tops am Eingang zum Tunnelsystem, das im Vietnamkrieg für die roten Rebellen Rückzugsgebiet und Kommandozentrale zugleich war. Amerikanische Vietnam-Veteranen sind dabei, alte Haudegen, die mit ihren Familien an die Stätte ihrer Kriegserlebnisse zurückkehren, Touristen aus Europa und China, auffallend viele Frauen. Cu Chi ist eine Touristenattraktion, das Gruseln vor der blutigen Geschichte ist im Paket buchbar. Eine Art Geisterbahn mit Echtheitszertifikat.
Phan Thiet: Von kleinen Fischen und großen Kunden
Dienstag, 6. November 2007
Nein, ein Fisch möchte ich nicht sein in Phan Thiet. Da können die glasklaren Wellen noch so lockend über den goldenen Sand tänzeln. Die Überlebenschance ist einfach zu gering. Noch geringer als die eines Hundes in Hanoi. Und der ist schon ein armes Schwein, weil sein Fleisch vor allem in der Weihnachtszeit als Delikatesse gilt. Doch den Fischen von Phan Thiet geht’s tagtäglich an den Kragen. Unermüdlich fahren die Fischer in der mondsichelförmigen Bucht hinaus, um das Meer abzufischen. Selbst die kleinsten Fischlein werden in den langen Netzen eingeholt.
Helmpflicht für Ho Tschi Minhs Erben
Montag, 5. November 2007
Angh muss mal wieder telefonieren. Seine Frau bekommt im nächsten Monat ein Baby, ihr erstes, ein Mädchen und der 32-jährige Guide freut sich schon riesig auf den Familienzuwachs. Für seine Tochter erwartet der studierte Lehrer eine rosige Zukunft. Denn Vietnam ist auf dem Sprung vom kommunistischen Musterschüler zum Turbo-Kapitalisten. Der neue Tiger im ehemaligen Indochina. Das Land häutet sich in geradezu atemberaubendem Tempo. Vergessen der Alptraum des Krieges, dessen Hinterlassenschaften wie das Tunnelsystem von Cu Chi nach Kapitalistenart geschickt vermarktet werden. Der amerikanische Erzfeind ist auch im Norden wieder da mit einer Vorhut von Kentucky Fried Chicken und Starbucks. Investoren aus aller Welt sind willkommen – wenn sie genügend Geld mitbringen.
Infos zu Dubai und Oman
Freitag, 11. Mai 2007
Einreise: Die neben dem Reisepass benötigten Visa gibt es für rund 13 Euro bei der Einreise.
Anreise: Emirates, die nationale Airline von Dubai, fliegt täglich von Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg nach Dubai und weiter nach Muskat. Gulf Air erreicht Muskat täglich von Frankfurt aus über Bahrein. Andere Verbindungen z.B. mit Lufthansa im Reisebüro.




